EIN ZORZ FÜR ALLE FÄLLE

In unserer neuen Reihe „TuS-Gestalter“ möchten wir Euch die Menschen vorstellen, die Ihr bestimmt schon mal an der Platzanlage getroffen habt oder – wenn nicht – unbedingt mal kennen lernen solltet.

Für unser erstes Interview haben wir uns mit unserem 2. Vorsitzenden Peter Zorz (PZ) getroffen, denn Peter ist nicht nur im Vorstand aktiv, sondern kümmert sich auch als Betreuer um die Organisation unserer I. Mannschaft. Darüber hinaus ist er einer DER Leute, die oft ihr handwerkliches Geschick einbringen, um unsere schöne Platzanlage und das Gebäude in Schuss zu halten. Das alles „natürlich“ vollkommen ehrenamtlich…

TuS: Peter, seit wann bist Du beim TuS und wie hat es Dich eigentlich zum TuS verschlagen?

PZ: Im Grunde bin ich ja zwei Mal beim TuS eingestiegen. Beim ersten Mal, das war 1983, kam ich über einen Schulfreund zum Verein. Damals war ich acht Jahre jung und bin als E-Jugendlicher eingestiegen. Ich bin ja „Holsterhauser Jung“ durch und durch. Ich bin hier im Stadtteil groß geworden, habe in Holsterhausen die Grundschule und dann die Realschule besucht und habe auch immer hier gewohnt. Ich bin dem TuS dann treu geblieben über die A-Junioren bis in den Seniorenbereich hinein. Unter anderem habe ich damals mit Asti trainiert (Mark Asthoff, für die, den tatsächlich nicht kennen sollten… unnötige Anmerkung der Redaktion). Asti war Altjahrgang und ich im jüngeren Jahrgang. Da waren so einige Leute dabei, die auch heute noch am Start sind oder lange dabei waren. Der Dosti zum Beispiel (Mark Dost, nächste unnötige Legendenerklärung…) oder Daniel Schmieder, Michael Marschall undStefan Bramkamp.


Dann kam eine lange fußballlose Zeit. Ich habe eine „kleine“ Pause von ca. 18 Jahren eingelegt und bin vor zehn Jahren wieder eingestiegen. Das war dann natürlich in einem Alter, wo für mich nur die „Alten Herren“ infrage kamen.


Ich weiß noch genau, dass es der 08.01.2012 war, als ich zum ersten Training kam und mein „Comeback“ gegeben habe. Der Asti zieht mich heute noch für meine grünen Adidas Torsions auf, in denen ich damals aufgelaufen bin (lacht)…. Ein halbes Jahr später war dann auch tatsächlich der Kunstrasen da. Direkt beim ersten Training habe ich viele alte Gesichter aus meiner aktiven Zeit wiedergetroffen und es war gleich so, als ob ich nie weggewesen wäre.

TuS: Hast Du je für einen anderen Verein gespielt?

PZ: Nein, niemals. Deswegen steht in meinem Spielerpass auch immer noch, dass sich seit 1983 für den TuS spielberechtigt bin. Außer beim TuS habe ich in meiner Jugend noch auf dem Bolzplatz an der Cranachschule gespielt. Ach ja, und dann habe ich noch zwei oder drei Mal für die „Auswahlmannschaft“ des Karnevalvereins gespielt, in dem meine Frau aktiv war.

TuS: Auf welcher Position spielst Du?

PZ: Immer in der Abwehr. Von der Statur her war ich ja immer ganz gut geeignet, immer alles „wegzuholzen“… Das war auch schon in der Jugend so.

TuS: Wie kamst Du dazu, die I. Mannschaft als Betreuer zu begleiten?

PZ: Ach, angefangen hat das ja noch mit der damaligem „Zwoten“Anfang 2016. Heute kümmere ich mich halt um die Erste und bezeichne mich da selbst als „Mädchen für alles“. Ich kümmere mich um die Spielberichte und Eintragungen im DBFNet und um das gesamte- Equipment der Truppe. Ich bereite die Kabine vor, kümmere mich um die Musikbox und die Wertsachen der Jungs. Und vor den Heimspielen gibt es zudem immer noch Frühstück in Form von Brötchen, Kaffee und Kakao. Auch dafür bin ich dann wohl zuständig (lacht).

TuS: Was sind denn Deine Aufgaben als 2. Vorsitzender?

PZ: Ja, ich mache da eigentlich alles, außer Bürokram. Ich bin echt nicht der Typ, der da gerne bei den Kreissitzungen oder sowas aufschlägt und vorspricht. Da sind andere besser geeignet. Ich sehe meine Aufgaben immer eher aktiv am Platz.

TuS: Zum Beispiel?

PZ: Ich habe die Senioren- und die Jugendgarage umgebaut, sodass die Mannschaften dort ihre eigenen abschließbaren Bereiche haben. DenSchiedsrichterraum und das Kassenhäuschen, was früher auch mal als Ballraum hergehalten hat, habe ich renoviert. Wir haben alles neu verputzt und der Sache einen frischen Anstrich verpasst. Viele Projekten habe ich das gemeinsam mit Marco Genzel umgesetzt. Und beim Tribünenbau habe ich natürlich auch gerne mitgewirkt. Als nächstes werde ich mich der Eckfahne widmen. Mit ein paar Umbaumaßnahmenan der Theke im Eingangsbereich und ein paar Renovierungsarbeiten lässt die sich sicher wesentlich freundlicher gestalten.

TuS: Und was bekommst Du dafür?

PZ: (lacht) Ja nix natürlich. Aber darum geht es ja hier. Gemeinsam was auf die Beine zu stellen, ohne auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein.

TuS: Wo hast Du Dir Deine handwerklichen „Skills“ angeeignet? Machst Du sowas auch beruflich?

PZ: Das meiste habe ich mir tatsächlich im Laufe der Jahre irgendwie selbst beigebracht. Ich habe auch zuhause immer viel Arbeit investiert. Ich wohne schließlich seit 47 Jahren in derselben Wohnung. Ich bin gelernter Energieanlagenelektroniker. Ich arbeite auch immer noch für SIEMENS, wo ich damals meine Ausbildung gemacht habe. Ich bin halt eine treue Seele und wohl auch ein Gewohnheitstier. Mittlerweile arbeite ich als Servicetechniker für Sicherheitstechnik und kümmere mich um Brandmeldeanlagen.

TuS: Womit verbringst Du gerne Deine Zeit, wenn Du nicht gerade an der Pelmanstraße die I. Mannschaft unterstützt oder das Gebäude renovierst?

PZ: Ich habe eine große Schwäche für Oldtimer. Zu meiner verrücktesten Zeit besaß ich tatsächlich sieben Autos. Mit meiner Frau Melanie habe ich irgendwann mal vereinbart, dass wir das reduzieren.Sie fährt jetzt mit ihrem Beatle Cabrio ihr Traumauto und ich habe mir einen alten starken Mustang Baujahr 1967 als Import aus den U. S. A. zugelegt.

TuS: Zurück zum Sport! Was nervt Dich beim Fußball?

PZ: Wenn sich Spieler theatralisch fallen lassen und sich in Schauspielerei üben, anstatt weiter zu spielen, könnte ich explodieren. Das gilt für den Amateurbereich genauso wie für die Profis.

TuS: Für welchen Verein schlägt Dein Herz im Profifußball?

PZ: Ich war früher immer Fan von Werder Bremen und durch meine Frau kam dann auch BVB hinzu. (Überlegt) Das hält sich echt die Waage. Ich fand Otto Rehhagel so gut, weil der aus teilweise aussortierten Spielern Mannschaften geformt hat und mit denen Meister geworden ist.

TuS: Was war persönlich Dein bestes Spiel aller Zeiten?

PZ: Ganz klar Dortmunds 5:2 im Pokalfinale 2012 gegen die Bayern. Da war ich in Berlin live dabei. Sowas vergisst man nicht.

TuS: Was unterscheidet den TuS Deiner Meinung nach von vielen anderen Amateur-Vereinen?

PZ: Einige Vereine bestehen nur aus zwei Seniorenmannschaften. Unsere Basis ist eine große Jugendarbeit. Außerdem sind wir doch sehr familiär aufgestellt. Es gibt keine Spieler, die zum TuS kommen, um Geld abzuzocken. Oft waren die Väter schon beim TuS und die Kinder spielen jetzt auch beim TuS.

TuS: Wenn Du der Kabinen – DJ wärst, was würde die Mannschaft vor dem Spiel auf die Ohren

bekommen?

PZ: Motivieren würde mich AC/DC und Metallica. Vor dem Spiel „Highway to Hell“ und nach dem Spiel dann gerne irgendwelcheBallermannhits. Das kommt natürlich auf den Spielausgang und auf die Stimmung an….

TuS: Gibt es beim TuS etwas, dass sich in all den Jahren verändert hat und was Du heute sgar ein bisschen vermisst?

PZ: Nach dem Spiel und dem nach dem Training ist man früher auf zwei oder drei Bier noch dageblieben. Aber da war das alles auch wesentlich entzerrter von den Trainingszeiten der Mannschaften. Da hatte man vielleicht auch mehr Zeit im Anschluss

TuS: Welche anderen Positionen wären für Dich denkbar, falls doch mal Langeweile aufkommt?

PZ: (lachend) Letztes Jahr Ostern hatte ich Langeweile im Lockdown. Da habe ich tatsächlich online an einem Schiri-Lehrgang teilgenommen. Ich hatte echt mal angedacht, samstags bei den Alten Herren oder bei der Jugend zu pfeifen. Bisher habe ich aber noch kein Spiel gepfiffen. Ich dürfte bis Kreisliga A pfeifen. Mir ging es auch einfach mal darum, die Sicht des Schiris einzunehmen. Ich glaube ich bin seitdem an der Linie schon etwas ruhiger geworden (lacht). Der Trainerjob ist dagegen absolut nicht mein Ding. Als Trainer sehe ich mich so gar nicht. Klar, im Spiel mal den Trainer vertreten, traue ich mir zu. Aber ein Training zu leiten mit allem Zipp und Zapp ist nicht meins. Ich bin nicht derjenige, der ganz vorne stehen muss. Deswegen bin ich ja auch nur 2. Vorsitzender.

TuS: Wie viele Stunden pro Woche bist Du für den TuS da?

PZ: Wenn es hart auf hart kommt und ich alles durchziehe bin ich Mo., Di., Do., Sa. und So. am Platz. Kommt dann noch eine Vorstandssitzung hinzu, sind das schon mal 18 Stunden in einer Woche.

TuS: Welches Merch-Produkt vom TuS würdest Du Dir sofort kaufen?

PZ: Auf jeden Fall TuS-Bettwäsche!!! Die fehlt noch in der TuS-Kollektion.

Lieber Peter, wir danken Dir, dass Du Dir für unser kleines Interview die Zeit genommen hast, auch wenn das in Anbetracht Deines sonstigen Einsatzes für unseren Verein kaum ins Gewicht fiel.

Stellvertretend für viele andere TuS-Gestalter, auf die wir noch zukommen werden, sagen wir DANKE für Deine Zeit und Deine Energie, ohne die der TuS nicht der TuS wäre!



Kategorien "Aktuelles"

Archiv - ab Saison 18/19

Suche